Warum Archivierung wichtig ist

Die Geschichte aller Zeiten, und die heutige ganz besonders, lehrt, daß diejenigen auch vergessen werden, die an sich selbst zu denken vergaßen. Louise Otto-Peters 1849.

Es ist fast 150 Jahre her, dass Louise Otto-Peters diese klugen Sätze schrieb, aber sie haben bis heute nicht an Aktualität verloren. Historische Forschungen zur Frauen- und Geschlechtergeschichte stoßen oft an Grenzen, weil das Quellenmaterial fehlt, um rekonstruieren zu können, was im 19. oder im frühen 20. Jahrhundert Frauen und Frauenvereine bewegt hat, wofür sie gekämpft haben und welcher Mittel sie sich dazu bedienten. Wenn jetzt nicht dafür gesorgt wird, dass die Dokumente der heutigen Aktivitäten bewahrt werden, werden spätere Generationen vor dem gleichen Problem stehen und nicht von unserem Wissen und unseren Erfahrungen profitieren können.

Denn um die Geschichten der Frauenverbände schreiben zu können, braucht es Quellenmaterial. Dieses Webangebot bietet deshalb Frauenvereinen und -verbänden Hilfen bei der Bewahrung ihrer Unterlagen an. Dabei geht es zunächst einmal um die Unterlagen, die täglich auf dem Schreibtisch liegen: Aktenordner, Tagungsmappen, Briefumschläge mit Fotos, vielleicht ein mitgeschnittener Film eines Jubiläums. Wie dies für die langfristige Aufbewahrung behandelt werden sollte, dazu finden Sie auf diesen Seiten Hinweise. Die Tipps sollen unterschiedliche Interessen bedienen: von einfachen Fragen zur Sortierung bis hin zur Gründung eines eigenen Archivs - suchen Sie sich das für Sie passende heraus!

Auf einen ganz anderen Bereich der Geschichtsschreibung soll hier auch verwiesen werden, obwohl er in diesem Zusammenhang nur am Rande erwähnt werden kann: 
die erzählte Geschichte, das, was ältere Vereinsmitglieder, die oft jahrzehntelang mitgearbeitet haben, aus der Vergangenheit berichten können - also genau genommen keine Geschichts"schreibung", sondern Geschichts"erzählung", mündliche Überlieferung, oral history. Wenn Sie die Möglichkeit haben, dazu Interviews zu führen oder ein Erzählcafé einzurichten, dessen Treffen aufgezeichnet werden, sollten Sie das unbedingt tun, denn das ist eine große Bereicherung für die Bewahrung der Vereinsgeschichte.

Informationen dazu finden Sie unter www.frauvera-erzaehlt.de.

Louise Otto-Peters (1819-1895)

war Schriftstellerin und gilt als eine der Begründerinnen der deutschen Frauenbewegung.

1849-1952 gab sie die "Frauen-Zeitung" heraus und publizierte auch später neben zahlreichen Romanen Fachbücher zu frauenpolitischen Fragen.

1865 gehörte sie zu den Gründerinnen des "Allgemeinen Deutschen Frauenvereins" und blieb zeitlebens an führender Stelle in der Frauenbewegung engagiert.

In Leipzig, dem hauptsächlichen Wirkungsort von Louise Otto-Peters, widmet sich die
Louise-Otto-Peters- Gesellschaft

ihrem Andenken.

Quellenmaterial

Aktenordner, Tagungsmappen, Briefumschläge mit Fotos, vielleicht ein mitgeschnittener Film eines Jubiläums ....

Erzählte Geschichte - 
oral history im WWW

Weitere Informationen zu 
oral history:
de.wikipedia.org/
wiki/ Oral_history

Weitere Informationen zu Erzählcafés: 
BAF e.V. Tübingen
www.baf-tuebingen.de