"Heute ist morgen schon gestern" - Sicherung der historischen Überlieferung von Frauenvereinen und -verbänden

Unter diesem Titel hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von August 2005 bis April 2006 - also sozusagen über den Zeitraum einer Schwangerschaft - ein von der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kooperation mit ida - informieren, dokumentieren, archivieren, dem Dachverband der deutschsprachigen Lesben-/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen und dem Helene-Lange-Archiv im Landesarchiv Berlin durchgeführtes Projekt gefördert. Nach neun Monaten Projektlaufzeit wurden zwei "Kinder" geboren:

  • die Internetpräsentation FRAUenVEReineArchivierung (www.FrauVerA.de), mit der Frauenvereine und -verbände mit Tipps und Hinweisen bei der Archivierung ihrer Unterlagen unterstützen werden sollen und
  • den Wegweiser zu den Beständen der im Deutschen Frauenrat zusammengeschlossenen Frauenvereine und -verbände (www.FrauVerA.de/wegweiser/), der Forscherinnen und Forscher darüber informiert, welche dieser Bestände bereits in öffentlichen Archiven oder bei den Verbänden selber auffindbar und nutzbar sind.


Hintergrund und Zielrichtung

Frauenvereine und -verbände können aufgrund unzureichender finanzieller Ressourcen die fachgerechte Archivierung ihrer Unterlagen - von Aktenbeständen über Fotos bis hin zu elektronischen Dokumenten - oftmals nicht leisten. Langfristig droht die Gefahr, dass die hier geleistete frauenpolitische Arbeit für die historische Überlieferung verloren geht.

Mit dem Projekt "Heute ist morgen schon gestern" wird die Initiative ergriffen, dieser problematischen Situation zu größerer öffentlicher Aufmerksamkeit zu verhelfen und erste Unterstützungen anzubieten.

Auf den Internetseiten www.FrauVerA.de (abgeleitet von den Begriffen FRAUenVEReineArchivierung) werden sowohl Hinweise zum fachgerechten Umgang mit archivwürdigem Material im eigenen Verband gegeben, wie auch Informationen über bestehende Archive unterschiedlicher Zuordnung (staatlich. kirchlich, privat usw.), die als Standorte für Frauenvereinsbestände in Frage kommen könnten.

Ziel ist, den in Vereinen und Verbänden aktiven Frauen auf möglichst viele Fragen im Zusammenhang mit Archivierung Antworten oder Verweise auf andere Informationsmöglichkeiten anzubieten.

Mit dem Wegweiser zu den Beständen von Frauenvereinen und -verbänden wird darüber hinaus ein Instrument geschaffen, dass aufzeigt, wo bereits jetzt archivarisch bearbeitete Bestände zur wissenschaftlichen Nutzung bereit liegen oder zumindest mehr oder weniger sortierte Sammlungen eingeschränkt nutzbar sind.

Damit soll einerseits die Forschung zu diesem Themenbereich angeregt werden, andererseits besteht die Hoffnung, dass durch die Präsentation im Wegweiser die Vereine angeregt werden, ihre sehr zahlreich vorhandenen unbearbeiteten Sammlungen in nutzungsgerechte Archive umzuwandeln bzw. sie zu diesem Zweck einem Archiv ihrer Wahl anzuvertrauen.


Zukunftspläne

Es ist allerdings während des Projektes im Kontakt mit den betroffenen Frauenvereinen und -verbänden deutlich geworden, dass neben den hier entwickelten Produkten in vielen Fällen persönliche Unterstützung und individuelle Beratung einzelner Vereine äußerst hilfreich und dringend erforderlich wäre. Da zudem die Erweiterung auf Frauenorganisationen außerhalb des Deutschen Frauenrates höchst wünschenswert ist, bemüht sich die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung um ein Folgeprojekt, mit dem die Sicherung dieser historischen Überlieferung weiter gefestigt und vorangetrieben werden soll.


Ansprechpartnerin:

Cornelia Wenzel
wenzel(at)addf-kassel.de
Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung

Ziel des Projektes ist,

den in Vereinen und Verbänden aktiven Frauen - auf möglichst viele Fragen im Zusammenhang mit Archivierung - Antworten oder Verweise auf andere Informationsmöglichkeiten anzubieten.

Projekt FrauVerA

Ansprechpartnerin:
Barbara Günther
guenther(at)addf-kassel.de

FrauVerA-Flyer 
(pdf-Datei, 2 Seiten)

Archiv für Wohlfahrtspflege, 
Berlin, um 1928. Copyright: Alice-Salomon-Archiv, Berlin